Das öffentliche Laden von Elektrofahrzeugen unterscheidet sich grundlegend vom privaten Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz. Während private Ladepunkte meist nur für definierte Nutzergruppen zugänglich sind, richtet sich öffentliche Ladeinfrastruktur an spontane und wechselnde Nutzer und stellt damit besonders hohe Anforderungen an Zahlungsprozesse, Benutzerfreundlichkeit und regulatorische Konformität.
Gerade die sogenannte Ad-hoc-Bezahlung spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie ermöglicht das Laden ohne langfristigen Vertrag oder Roaming-Anbindung und erfüllt gleichzeitig die Anforderungen der europäischen AFIR-Verordnung, welche einfache und spontane Zahlungsmöglichkeiten vorschreibt.
In diesem Beitrag zeigen wir, welche Zahlungsarten beim öffentlichen Laden mit Sintio aktuell am häufigsten genutzt werden und wie sich das Nutzerverhalten entwickelt.
Privates oder öffentliches Laden
Wie in der folgenden Grafik dargestellt, lassen sich Ladevorgänge in drei verschiedene Kategorien einteilen. Ein grosser Teil findet im privaten Umfeld statt, also zu Hause oder am Arbeitsplatz. Diese Ladepunkte sind in der Regel nicht öffentlich zugänglich, sondern nur für definierte Nutzergruppen wie zum Beispiel Stockwerkeigentümer- oder Mietergemeinschaften oder die Mitarbeitenden eines Unternehmens.
Beim öffentlichen Laden unterscheidet man zwischen zwei Zahlungsmodellen: Open Loop und Closed Loop.

Öffentliches Laden (Open Loop)
Beim Open Loop wird mit allgemein verfügbaren Zahlungsmitteln wie der Kreditkarte bezahlt. Dasselbe Zahlungsmittel kann auch für andere Transaktionen verwendet werden, etwa im Restaurant oder im Online-Shop. Der Zahlungskreislauf ist offen, deshalb Open Loop. Diese Form wird häufig auch als Ad-hoc-Bezahlung bezeichnet.
Roaming (Closed Loop)
Beim Closed Loop handelt es sich um geschlossene Systeme. Nutzer verwenden spezielle Ladekarten oder Apps, die ausschliesslich für den Ladevorgang vorgesehen sind. Die Authentifizierung erfolgt über einen bestehenden Ladevertrag bei einem Mobilitätsanbieter.
Ein Vorteil dieses Modells ist die gebündelte Abrechnung über einen einzigen Vertrag, unabhängig davon, bei welchem Netzwerk geladen wird. Gleichzeitig ist das Laden im Roaming häufig teurer, da mehrere Marktteilnehmer an der Abrechnung beteiligt sind.
Ähnlich wie beim Mobilfunk bezahlt man mit einem Schweizer Mobilfunkabo im Ausland in der Regel mehr als für dieselbe Nutzung innerhalb der Schweiz. In der E-Mobilität gilt dieses Prinzip jedoch nicht nur länderübergreifend, sondern auch innerhalb der Schweiz zwischen verschiedenen Ladeanbietern.
Aktuell liegt der Fokus von Sintio auf Ad-hoc-Zahlungen und dem Betrieb von Ladeinfrastruktur in Immobilien. Roaming wird zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt und ist für das erste Quartal 2026 geplant.
Wer sich vertieft mit dem Thema Open und Closed Loop auseinandersetzen möchte, dem sei der Vortrag von Luuk van Kuik von Last Mile Solutions an der Intercharge Network Conference 2024 empfohlen. Spoiler: Er sieht die Zukunft klar im Open Loop, da sich dieses Modell auch in anderen Bereichen wie beispielsweise im öffentlichen Verkehr durchgesetzt hat.
▶️ Vortrag über Open und Closed Loop von Luuk van Kuik auf Englisch
Die beliebtesten Open-Loop-Zahlungsmethoden bei Sintio
Für die folgende Auswertung fokussieren wir uns ausschliesslich auf das öffentliche Laden im Open-Loop-Modell. Die Grafik zeigt die prozentuale Verteilung der Zahlungsarten an öffentlichen Sintio-Ladestationen über die letzten drei Monate sowie zusätzlich für die Woche vom 25. bis 31. Januar 2025.

Kredit- und Debitkarten
Mit Abstand am häufigsten werden Kredit- und Debitkarten eingesetzt. Sie machen aktuell rund 56 % aller Ad-hoc-Ladevorgänge aus. Das überrascht nicht, da Kreditkarten international etabliert sind, unabhängig vom Herkunftsland funktionieren und sich besonders für spontane Zahlungen eignen.
Für Betreiber und Eigentümer bedeutet das klar: Kartenakzeptanz ist Pflicht, wenn öffentliche Ladepunkte wirtschaftlich betrieben werden sollen.
TWINT
Besonders dynamisch entwickelt sich TWINT. Inzwischen entfallen bei Sintio rund 27 bis 35 % aller öffentlichen Ad-hoc-Ladevorgänge auf TWINT. Die hohe Verbreitung in der Schweiz, die direkte Bankanbindung und das hohe Vertrauen der Nutzer machen TWINT zu einem zentralen Zahlungsmittel für den Schweizer Markt.
Für Betreiber und Eigentümer von Ladestationen ist TWINT damit kein Nice-to-have mehr, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil.
Apple Pay und Google Pay
Mobile Wallets wie Apple Pay und Google Pay gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Sie kombinieren schnelle Zahlungsprozesse mit biometrischer Authentifizierung und hohem Bedienkomfort.
Aktuell wird Apple Pay mit 14.43 % deutlich häufiger genutzt als Google Pay mit 2.37 %.
Fazit: Einfache Bezahlung entscheidet über Auslastung und Kundenzufriedenheit
Der Erfolg öffentlicher Ladeinfrastruktur hängt nicht nur von Standort und Ladeleistung ab, sondern zunehmend von der Einfachheit der Bezahlung. Dabei geht es nicht ausschliesslich um maximale Auslastung, sondern auch um eine positive Nutzererfahrung. Gerade im Schweizer Markt mit hohen Erwartungen an Komfort, Transparenz und Zuverlässigkeit wird ein reibungsloser Bezahlprozess schnell zum entscheidenden Qualitätsmerkmal.
Unsere Daten zeigen klar:
- Kreditkarten bleiben unverzichtbar
- TWINT gewinnt in der Schweiz stark an Bedeutung und wird zum Standard im Alltag
- Wallets beschleunigen spontane Ladevorgänge und reduzieren Abbrüche
Mit Sintio erhalten Betreiber eine Plattform, die diese Schweizer Marktanforderungen gezielt abbildet, regulatorisch konform bleibt und gleichzeitig eine hohe Nutzerzufriedenheit sowie stabile Auslastung unterstützt.
Wie einfach und schnell öffentliches Laden im Open Loop heute funktionieren kann, zeigt unser kurzes Beispielvideo. Darin wird demonstriert, wie ein Ladevorgang mit TWINT in wenigen Sekunden gestartet werden kann, ganz ohne Registrierung, Abo oder Ladevertrag.
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Wer selbst erleben möchte, wie einfach sich öffentliche Ladeinfrastruktur betreiben und monetarisieren lässt, kann Sintio jederzeit kostenlos testen.



