E-Auto-Fahrer

Wie sich die Sintio-Rechnung für Ladevorgänge zusammensetzt

Viele Nutzer fragen sich, wie sich die monatliche Sintio-Rechnung für private Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz zusammensetzt. In diesem Beitrag erklären wir transparent alle Kostenbestandteile, vom Strompreis bis zu Fixkosten wie Zähler, Internet und Infrastruktur.

06 Februar 2026

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Philipp Bruhin

Wie sich die Sintio-Rechnung für Ladevorgänge zusammensetzt
Monatliche Sammelrechnung für Ladevorgänge mit transparenter Kostenaufstellung.

Auf den ersten Blick scheint die Abrechnung von Ladestrom einfach. Man nimmt die im Auto angezeigten Kilowattstunden und multipliziert diese mit dem Strompreis des Energieversorgers. Dieses Prinzip kennt man vom Verbrenner: Literpreis mal getankte Liter ergibt den Rechnungsbetrag.

Beim Laden eines Elektroautos greift diese Logik jedoch zu kurz. Denn der Komfort, zuhause oder am Arbeitsplatz laden zu können, bringt auch Infrastruktur- und Betriebskosten mit sich, die zusätzlich berücksichtigt werden müssen.

Es wird nicht nur Strom verrechnet

Neben dem eigentlichen Energieverbrauch entstehen beim Betrieb von Ladeinfrastruktur weitere Kostenbestandteile, die in die Abrechnung einfliessen.

Kosten für Ladeinfrastruktur

Für E-Mobilität wird in der Regel ein separater Stromzähler installiert, vergleichbar mit dem Stromzähler einer Wohnung. Der Energieversorger verrechnet dafür eine monatliche Grundgebühr. Während man den Wohnungszähler alleine bezahlt, können diese Kosten bei Ladeinfrastruktur auf mehrere Nutzer aufgeteilt werden, vorausgesetzt es laden mehrere Parteien.

Zusätzlich benötigen smarte Ladestationen in Tiefgaragen oder Parkhäusern eine permanente Internetanbindung, damit Ladevorgänge erfasst, Abrechnungen erstellt sowie Updates und Fernwartung durchgeführt werden können. Dieses "Tiefgaragen-Internetabo" ist somit ebenfalls ein fixer Bestandteil der Betriebskosten und wird bei Sintio fair auf die Nutzer verteilt.

Man sieht also: Beim Laden eines Elektroautos fallen nicht nur Stromkosten für die ins Fahrzeug geladene Energie an, sondern auch Infrastruktur- und Betriebskosten, die berücksichtigt und bezahlt werden müssen.

Positionen auf der Sintio-Rechnung

Auf der monatlichen Sammelrechnung von Sintio werden sämtliche Kosten transparent aufgeschlüsselt.

Positionen auf der E-Mobilitätsrechnung von Sintio

Position 1: Servicegebühr Sintio
Je nach Abo zwischen CHF 0.00 und CHF 19.50 pro Monat. Diese deckt Plattformbetrieb, Abrechnung, Support und Weiterentwicklung. Es ist die einzige Position, die an Sintio geht.

Position 2: Grundgebühren Energieversorger
Monatliche Zählergrundgebühr für den separaten E-Mobility-Stromzähler. Fixkosten, unabhängig vom Stromverbrauch.

Position 3: Internet-Grundgebühren
Kosten für die Datenanbindung der Ladestation, abhängig von Anbieter und Technologie (Mobilfunk oder Festnetz).

Position 4: Anteil Leistungstarif
Bei einigen Energieversorgern Teil der Tarifstruktur. Dabei wird nicht nur die Energiemenge, sondern auch die bezogene Ladeleistung berücksichtigt. Weitere Infos zum Leistungstarif finden Sie hier.

Position 5 bis 8: Ladevorgänge
Die einzelnen Ladesitzungen des Abrechnungszeitraums. In Einzelfällen können verspätet übermittelte Ladungen aus dem Vormonat enthalten sein. Wie der Tarif und somit die Kosten für die Ladevorgänge zustande kommen, wird hier im Detail erklärt.

Nur die Servicegebühr, also Position 1, betrifft Sintio direkt. Alle übrigen Positionen stammen vom Energieversorger oder vom Betrieb der Ladeinfrastruktur.

Was bezahlt die Allgemeinheit und was der E-Auto-Fahrer?

Im oben gezeigten Beispiel wird davon ausgegangen, dass die Ladeinfrastruktur selbsttragend betrieben wird. Das bedeutet, dass sämtliche Kosten vollständig auf die E-Mobilitätsnutzer umgelegt werden. Dieses Modell ist in der Praxis weit verbreitet, insbesondere wenn erst wenige Nutzer vorhanden sind.

Gerade in der Anfangsphase stellt sich jedoch häufig die Fairnessfrage. Wenn nur ein oder zwei Personen eine grössere Ladeinfrastruktur anstossen, müssten sie die entsprechenden Grundkosten für den Betrieb alleine tragen, obwohl die Infrastruktur bereits für die gesamte Liegenschaft ausgelegt ist und künftig von weiteren Bewohnern genutzt werden kann.

Grundsätzlich lassen sich zwei Finanzierungsmodelle für den Unterhalt unterscheiden:

  1. Nutzerfinanziertes Modell (selbsttragend)
    Alle Kosten werden ausschliesslich von den tatsächlichen Nutzern getragen.

  2. Solidarisches Infrastrukturmodell
    Der SVIT (Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft) empfiehlt, Grundkosten wie Zählergebühren oder Internetanbindung als gemeinschaftliche Infrastruktur zu verstehen und auf die gesamte Liegenschaft zu verteilen, unabhängig von der aktuellen Nutzung. Die Branchenempfehlung finden Sie hier als PDF-Download.

Das solidarische Prinzip ist aus anderen Bereichen bekannt. Auch beim Aufzug zahlen Bewohner im Erdgeschoss an Strom und Servicevertrag mit, selbst wenn sie ihn kaum nutzen. Ebenso wird ein Spielplatz von allen finanziert, unabhängig davon, ob Kinder im Haushalt leben oder nicht.

Wir begrüssen das solidarische Modell, respektive die Branchenempfehlung vom SVIT, da Ladeinfrastruktur langfristig den Wert einer Immobilie steigert. Wichtig ist jedoch, dass die Kosten transparent und nachvollziehbar aufgeschlüsselt werden, damit alle Bewohner verstehen, wofür sie bezahlen und kein Eindruck entsteht, sie würden die Fahrkosten oder E-Auto-Kilometer ihrer Nachbarn mitfinanzieren.

Sintio unterstützt beide Modelle und ermöglicht in jedem Fall eine transparente Abrechnung.

Fazit

Die Kosten für Elektromobilität bestehen nicht nur aus dem reinen Stromverbrauch. Ähnlich wie in einer Wohnung setzt sich auch der Strompreis aus mehreren Komponenten zusammen. Der Unterschied ist lediglich, dass man bei der Ladeinfrastruktur genauer hinschaut.

Genau hier setzt die Sintio-Abrechnung an. Sie schafft Transparenz darüber, was effektiv anfällt, verteilt Kosten verursachergerecht und ermöglicht flexible Modelle zwischen Nutzern und Allgemeinheit.

Ein weiterer Unterschied zeigt sich in der Abrechnungslogik. Während andere Anbieter einzelne Ladevorgänge oft separat verrechnen, fasst Sintio alle Ladungen in einer monatlichen Sammelrechnung zusammen. Das bedeutet nur eine Abbuchung pro Monat, deutlich weniger Transaktionen und eine übersichtliche Gesamtabrechnung.

Gerade für Firmen vereinfacht das die Buchhaltung erheblich, insbesondere im Hinblick auf eine saubere MWST-Abrechnung. Zudem erhalten Kunden eine klar aufbereitete Sammelquittung als strukturiertes PDF und nicht lediglich eine E Mail mit Fliesstext oder Einzelpositionen.

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